Ob beim Online-Shopping, beim Streamen von Filmen und Serien, beim Durchstöbern unseres Newsfeeds in den sozialen Medien oder beim Entsperren unseres Handys via Gesichtserkennung – in all diesen Situationen nutzen wir Künstliche Intelligenz (KI) ganz selbstverständlich, doch meist, ohne dass wir uns dessen überhaupt bewusst sind.
KI ist eine der wohl bedeutendsten technischen Errungenschaften unserer Zeit und bereits heute Teil zahlreicher Geräte und Anwendungen, die unseren Alltag bequemer und effizienter gestalten. Doch was ist KI überhaupt, wo begegnet sie uns im Alltag unbewusst oder bewusst und wie genau können wir generative KI in Form von ChatGPT und Co. aktiv zu unserem alltäglichen Vorteil nutzen? Diese und mehr Fragen klären wir jetzt.
Inhaltsverzeichnis
1. Was ist Künstliche Intelligenz (KI)?
2. Wo steckt überall KI drin? – Beispiele aus dem Alltag
3. Generative KI: Künstliche Intelligenz aktiv im Alltag nutzen
4. Fazit: KI im Alltag auf dem Vormarsch
Der Begriff Künstliche Intelligenz, kurz KI, beschreibt im Grunde programmierbare Maschinen, die dazu in der Lage sein sollen, die kognitiven Aktivitäten von Menschen zu imitieren. In erster Linie geht es hierbei um den Versuch, der KI eine selbstständige Entscheidungsfindung sowie Problemlösung beizubringen.
In der Regel verbirgt sich hinter einer Künstlichen Intelligenz ein großes neuronales Netzwerk aus verschiedenen Algorithmen. Dieses Netzwerk wird mithilfe zahlreicher Trainingsdaten auf bestimmte Aktionen trainiert. Anhand der eingegebenen Daten soll die KI lernen, bestimmte Muster zu erkennen und auf Grundlage dieser Mustererkennung dann eigenständige Entscheidungen treffen oder Probleme lösen. Neben den Trainingsdaten, die die Basis der KI bilden, sammelt sie auch bei der konkreten Nutzung immer wieder neue Daten – durch diese lernt die KI ständig dazu und entwickelt sich im Laufe der Zeit dynamisch weiter. Dieser permanente, datenbasierte Lernprozess der KI wird als „maschinelles Lernen“ bezeichnet.
Bereits heute kommt Künstliche Intelligenz in vielen alltäglichen Anwendungsbereichen zum Einsatz, versteckt sich dabei aber oft im Hintergrund. Daher wissen wir meist gar nicht, wie oft und vor allem wo uns KI im Alltag tatsächlich begegnet – das klären wir jetzt anhand einiger Anwendungsbeispiele.
Im Eigenheim, im Smartphone, im PC oder sogar im Auto – überall dort hat KI ihre Finger im Spiel. Wie genau das aussieht, zeigen die folgenden Alltagsbeispiele:
Das wohl prominenteste Beispiel für KI im Alltag ist das Smart Home, das intelligente Zuhause. Indem die KI die Verhaltensmuster der Bewohner kennenlernt, kann sie zu einer nahtlosen Automation des Smart-Home-Systems und der Schaffung einer personalisierten Umgebung beitragen. So erkennen KI-Systeme zum Beispiel, wenn Bewohner nach Hause kommen, und passen automatisch die Raumtemperatur an oder schalten das Licht an.
Auch in puncto smarte Sicherheit bietet KI neue Möglichkeiten. KI-getriebene Überwachungskameras können lernen, Bewohner und häufige Besucher von unbekannten Personen zu unterscheiden. So können beispielsweise Fehlalarme des Sicherheitssystems minimiert werden.
Auch beim Energiesparen zu Hause kann Künstliche Intelligenz behilflich sein. KI-Programme können Daten zum Stromverbrauch analysieren und Ihnen so Hinweise darauf liefern, wie Sie den Energieverbrauch in den eigenen vier Wänden optimieren können.
Eng mit dem Smart Home, aber auch mit unserem Smartphone verbunden sind Sprachassistenten. Für viele haben sich Alexa, Siri oder der Google Assistant inzwischen als feste Alltagsbegleiter etabliert, die auf Sprachbefehl verschiedene Aufgaben erledigen. Sie schalten das Licht oder die Musik ein, beantworten Fragen oder erinnern Sie an anstehende Termine. Dabei durchlaufen die Sprachassistenten einen fortlaufenden Lernprozess – sie lernen, wie sie die natürliche Sprache der Menschen verstehen und immer bessere, maßgeschneiderte Antworten geben können.
Viele von uns nutzen zum Entsperren des Smartphones die Gesichtserkennung, aber nur wenige wissen, dass auch bei dieser Anwendung KI zum Einsatz kommt.
Die Künstliche Intelligenz lernt, autorisierte Personen besser und schneller zu erkennen, auch wenn diese zum Beispiel eine neue Frisur oder ein verändertes Aussehen haben. Und auch bei wechselnden Lichtverhältnissen trägt die KI mithilfe ihrer Mustererkennung dazu bei, dass die Gesichtserkennung zuverlässig funktioniert.
Egal, ob beim Online-Shopping, im News-Feed der sozialen Medien oder auf der Suche nach einer neuen Serie im Verzeichnis des Lieblings-Streamingdienstes: Wir sind es gewohnt, dass uns Vorschläge und Empfehlungen zu Produkten gemacht werden, die uns gefallen könnten.
Genau diese personalisierten Empfehlungen sind eine weitere, sehr prominente Einsatzmöglichkeit für KI. Künstliche Intelligenz studiert Ihr Nutzungsverhalten kennen und entwickelt mit der Zeit ein persönliches Nutzerprofil, etwa auf Grundlage der vergangenen Inhalte, die Sie sich angesehen haben. Darauf basierend liefert die KI dann passende Angebote, zugeschnitten auf Ihren Geschmack und individuelle Vorlieben und Interessen. Auch personalisierte Werbung funktioniert nach diesem Prinzip und nutzt KI-Technologien.
Eher unscheinbar unterstützt uns die KI, wenn wir unsere E-Mail-Programme nutzen. Spam- und Phishingmails stellen ein immer größeres Sicherheitsrisiko dar, welches sich mithilfe Künstlicher Intelligenz minimieren lässt. Die KI lernt, verdächtige E-Mails anhand spezieller Muster zu erkennen – etwa an verdächtigen Formulierungen im Text oder in der Betreffzeile. So können potenziell schädliche E-Mails und Inhalte erkannt und direkt in den Spam-Ordner geschoben werden.
Auch im modernen Straßenverkehr spielt Künstliche Intelligenz eine entscheidende Rolle: Von modernen Navigationssystemen, die ihren Nutzern je nach Verkehr und Wetter die momentan schnellste Route empfehlen, bis hin zu ausgeklügelten KI-Systemen für das autonome Fahren, die lernen, Verkehrssituationen zu erkennen und selbstständig zu meistern, lassen sich auch hier zahlreiche Anwendungsbereiche für KI-Technologien finden.
Zunehmend wichtig wird KI auch in der Verkehrsführung von Großstädten und Smart Cities. Hier kommt KI oft zum Einsatz, um beispielsweise das Verkehrsaufkommen einer Stadt zu analysieren und dann die Ampeln so zu schalten, dass möglichst wenig Stau auf den Straßen entsteht. Hierbei verarbeitet die KI tagtäglich enorme Datenmengen, lernt so ständig dazu und optimiert ihre Reaktionen – Stichwort: maschinelles Lernen.
Wir halten fest: KI begegnet uns im Alltag an vielen verschiedenen Orten und erleichtert uns das Leben oft unbewusst. Darüber hinaus lässt sich Künstliche Intelligenz auch ganz bewusst und aktiv einsetzen, um den Alltag zu vereinfachen. Ein gutes Beispiel hierfür sind generative KI-Modelle wie ChatGPT von OpenAI, Microsoft Copilot oder auch Google Gemini.
Mithilfe generativer KI und moderner Sprachmodelle lassen sich Texte in natürlicher Sprache, kreative Bilder oder sogar Audiodateien auf Grundlage eigener Vorgaben erstellen. Die Anwendungsmöglichkeiten von generativer KI für den Alltag sind hierbei vielfältig, wie sich an den folgenden Beispielen aus den Bereichen der Text- und Bilderstellung erkennen lässt:
Das wohl größte Potenzial der generativen KI liegt im Bereich der Texterstellung. Sie sind auf der Suche nach einem netten Geburtstagsgruß, möchten Karteikarten für Ihre Kinder erstellen oder wissen nicht genau, wie Sie ein behördliches Schreiben aufsetzen sollen? ChatGPT und Co. können Ihnen genau dabei helfen und Ihnen passende Textvorschläge liefern. Sie lassen sich einfach einen Textentwurf erstellen, den Sie dann als Grundlage nutzen und mit Ihrem persönlichen Input nach Ihren Vorlieben überarbeiten und optimieren können. Dank moderner Sprachmodelle, die der KI die Verwendung natürlicher Sprache und Sprachmuster beibringen, sind die Ergebnisse hier bereits sehr überzeugend.
Mit generativer KI können Sie aber nicht nur neue Texte erstellen, sondern auch alte Texte verbessern, übersetzen oder zusammenfassen. Wenn Sie Ihr Schreiben schon fertig haben, kann Ihnen die KI Verbesserungsvorschläge liefern oder Ihnen bei der Formatierung helfen. Oder benötigen Sie einen Text in verschiedenen Sprachen? Kein Problem, dann leistet die KI Übersetzungshilfe.
Tipp: Gerade, wenn es um Fakten im Text geht, etwa zu Personen, Kennzahlen oder geschichtlichen Ereignissen, sollten Sie diese unbedingt überprüfen. ChatGPT, Copilot und Co. neigen hier vermehrt zu Fehlern.
Die Möglichkeit zur generativen Bilderstellung mit KI kann im privaten Alltag ebenfalls hilfreich sein. So lassen sich mit generativer KI verschiedenste Bildformate und Stile realisieren. Damit wird beispielsweise die Erstellung von personalisierten Handy-Hintergrundbildern oder Ausmalbildern für die Kleinsten kinderleicht. Sie geben der KI einen Befehl, erläutern Ihre Vorstellungen oder liefern konkrete Bildbeispiele mit – und schon erstellen Ihnen ChatGPT und Co. diverse Bildvorschläge und spezifische Inhalte, aus denen Sie auswählen können.
Übrigens: Generative KI spielt auch in Unternehmen eine zunehmend wichtige Rolle. Gerade bei der kommerziellen Nutzung von KI-generierten Inhalten steht allerdings oft die Frage nach dem Urheberrecht und den Nutzungsrechten im Raum. Diese gilt es vorher unbedingt zu klären.
Bereits heute ist Künstliche Intelligenz ein stiller Begleiter, der unser Leben tagtäglich komfortabler, sicherer und effizienter gestaltet. Durch die stetige Weiterentwicklung und die Integration in immer mehr Bereiche unseres Alltags zeigt KI eindrucksvoll, wie Technologie nahtlos mit menschlichen Bedürfnissen verschmelzen kann. Gleichzeitig eröffnet sie durch innovative Anwendungen wie generative KI-Modelle neue Möglichkeiten, die wir auch aktiv im Alltag nutzen können. Der Trend ist eindeutig: KI ist auf dem Vormarsch und wird unsere Zukunft maßgeblich prägen. Und mit der richtigen Balance zwischen Vertrauen und kritischer Prüfung bietet KI das Potenzial, unser Leben langfristig zu bereichern.
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